Bielefeld/Düsseldorf, 17. Januar 2026. Zum Auftakt der weltgrößten Wassersportmesse ist die Branche zur FLAGSHIP NIGHT, dem gemeinsamen maritimen Get-together des Delius Klasing Verlages und der boot Düsseldorf, zusammengekommen. Im Rahmen der Gala wurden die Gewinner der beiden renommierten Auszeichnungen „European Yacht of the Year 2026“ (EYOTY) für Segelyachten und „European Powerboat of the Year 2026“ (EPOTY) für Motorboote gekürt. Der Brite Craig Wood wurde zudem im Rahmen der Veranstaltung mit dem „SEAMASTER-Award“ ausgezeichnet. Er hat als erster dreifach amputierter Mensch eine Solo-Überquerung des Pazifiks erfolgreich bewältigt.
Zum 23. Mal wurden die internationalen Awards „European Yacht of the Year“ und zum 20. Mal „European Powerboat of the Year“ verliehen. Wer die renommierten Auszeichnungen tragen darf, entscheidet seit jeher eine Fach-Jury aus den Testleitern und Chefredakteuren der führenden zwölf Segel- und sechs Motorboot-Magazine Europas. Den Jury-Vorsitz haben YACHT-Herausgeber Jochen Rieker und BOOTE-Chefredakteur Torsten Moench inne.
Nach zäher Flaute startet die Bootsbranche wieder durch. Das zeigt sich auch bei der Wahl zu Europas Yachten des Jahres, zu der nicht weniger als 21 Kandidatinnen zwischen 26 und 62 Fuß antraten – darunter sind mit der Pure 42 und der Woy 26 auch zwei deutsche Yachten. Waren es letzten Herbst nur ein Dutzend Nominierte, die sich den mehrtägigen Tests für Europas Yacht des Jahres stellten, sind es diesmal fast doppelt so viele, die auf der Auswahlliste für die begehrteste Auszeichnung im internationalen Bootsbau stehen. Nicht nur die Preisträger, auch viele der Nominierten glänzen diesmal bei Europas Bestenwahl durch die wohl wichtigste Primärtugend: Segelspaß.
Die Sieger bei Europas Yacht des Jahres werden in einem aufwändigen Verfahren ermittelt. Dabei müssen sich die Kandidaten bei mehrtägigen Tests auf See dem Urteil der Jury stellen – und dem Wettbewerb. An Wind mangelte es bei den mehrtägigen Tests im spanischen Port Ginesta und in IJmuiden in den Niederlanden vorigen Herbst nie. Ideale Bedingungen, um die Newcomer des Jahres auch im Grenzbereich kennenzulernen und zu beurteilen.
In der Kategorie der Family Cruiser siegt in diesem Jahr der Excess 13 (Länge 12,38 Meter, Grundpreis ab Werft 553.350 Euro). Die junge Katamaran-Marke Excess setzt sich mit ihrem fünften Modell gegen starke Einrumpf-Konkurrentinnen durch. Der Excess 13 wiegt gut 20 Prozent weniger als vergleichbare Boote, bei gleichzeitig gut 15 Prozent mehr Amwind-Segelfläche. Weil seine Struktur zudem erheblich fester, die Verwindung im Seegang dadurch geringer ist, vermittelt er ungleich viel Agilität, Präzision und jede Menge Segelspaß.
Bei den nominierten Performance Cruisern gab es in diesem Jahr gleich zwei Preisträger. Bei den Einrumpfbooten gewinnt die First 30 (Rumpflänge 9,35 Meter, Grundpreis ab Werft 124.950 Euro) einstimmig den „European Yacht of the Year“-Award 2026. Mit ihr hat Beneteau die Preisspirale zurückgedreht. Sie ist die Günstigste ihrer Klasse und auch sonst unerreicht: leicht, smart, schnell, schick. Keine gewann mehr Herzen bei der Jury. Ebenfalls siegreich in der Kategorie der Performance Cruiser (Multihull) ist der Dragonfly 36 (Rumpflänge 11,55 Meter, Grundpreis ab Werft 659.260 Euro). Der Trimaran aus Dänemark steuert sich am Wind wie ein Einrumpfboot; raumschots ließ er die gesamte Konkurrenz deutlich hinter sich. Und dieses Potenzial ist ohne Verzicht möglich: mit feinem Ausbau, hochwertigster Beschlagausstattung, guter Belüftung, sehr ordentlichen Kojenmaßen und auf Wunsch Extras wie Kuchenbude, Cockpittisch oder sogar beheizbaren Steuermannssitzen.
In der Kategorie der Bluewater Cruiser heißt die Siegerin Pure 42 (Rumpflänge 12,90 Meter, Grundpreis ab Werft 1.129.310 Euro). Der Exploreryacht aus Kiel gelingt ein Premierenerfolg: Als erstes Modell der neuen Marke holt sie auf Anhieb den Titel. In Bezug auf Qualität und Ausrichtung gibt es nichts Vergleichbares. Eine Blauwasseryacht, die ihre Crew nicht nur sicher überallhin bringt, sondern dabei auch mehr Freude vermittelt als die gesamte, durchaus namhafte Konkurrenz. Die erfahrene Jury hat in diesem Segment noch keine Aluyacht erlebt, die agiler segelt.
Bei den nominierten Luxury Yachts landet die Wauquiez 55 (Rumpflänge 17,58 m, Grundpreis ab Werft 2.142.000 Euro) den überraschendsten, aber auch einen sehr überzeugenden Sieg. Sie definiert das Segment der Luxusyachten gekonnt neu und belebt es zudem durch eine höchst ansprechende Leistung unter Segeln, inklusive wohldosiertem Ruderdruck. Das Boot steckte im Test auch grobe Seen souverän weg. Die Französin ist fast schon provokant innovativ in der Linienführung, aber auch im Gesamtkonzept: ein völlig neuer Ansatz im Design, außen, innen und in der Bedienung.
Außerdem hat die Experten-Jury die Woy 26 (Rumpflänge 8,00 Meter, Grundpreis ab Werft 285.600 Euro) aus der Kategorie Special Yachts mit dem Sonderpreis Newcomer des Jahres bedacht. Sie ist eine Augenweide, aber zugleich so viel mehr als das. Die in Kleinserie gebaute Woy 26 segelt, wie sie aussieht: agil, präzise, schnell. Dank Hubkiel und Carbonrigg lässt sich der sportiv-elegante Daysailer leicht slippen und aufriggen. Die eigentliche Besonderheit jedoch bleibt unter dem Decklack verborgen: Das Boot ist aus heimischem Lärchenholz gefertigt. Dafür verdichtet die Werft über einer Positivform vier Lagen dünner Holzstreifen unter Vakuum und verleimt sie mit Epoxid. Noch nie war Nachhaltigkeit so schier und schick.
Ebenfalls äußerst spannend verlief die Vergabe der Preise zum „European Powerboat of the Year 2026“ für Motorboote in diesem Jahr. Die Experten-Jury setzt sich auch hier aus den Chefredakteuren und Testverantwortlichen der führenden europäischen Motorboot-Medien aus Norwegen (Båtmagasinet), Frankreich (Neptune + MoteurBoat), Spanien (Nautica y Yates), Schweiz (Marina.ch), Österreich (Yachtrevue) und Deutschland (BOOTE) zusammen. Insgesamt repräsentieren die teilnehmenden Motorboot-Medien mehr als eine Million monatliche Leser in Europa – einzigartig.
Für die Experten der internationalen Motorboot-Fachpresse war es kein leichtes Unterfangen, aus den mehr als 100 neuen Bootsmodellen 25 Nominierte in fünf Kategorien für den European Powerboat-Award 2026 auszuwählen. Nominiert werden jeweils fünf Boote in fünf Kategorien, um den Bootsmarkt möglichst realistisch widerzuspiegeln. Neben den üblichen Qualitätsmerkmalen eines Bootes, wie beispielsweise der Verarbeitung oder den Fahreigenschaften, richtet die Jury ein besonderes Augenmerk auf die Raumaufteilung, die Sicherheit und das Preis-Leistungs-Verhältnis der Kandidaten. Auch die Umsetzung innovativer Ideen und Konzepte kann am Ende ausschlaggebend sein. Aufgrund fehlender geeigneter Kandidaten wurde in diesem Jahr auf die Kategorie „Elektroboote“ verzichtet.
In der Kompaktklasse Sportboote bis 10 Meter kann sich die Sea Ray SDX 270 Surf (Länge 8,28 Meter) einen Platz auf dem Siegertreppchen sichern. Denn ihr Name ist Programm. Mit dem speziellen Heck, Ballasttank und elektrischen Surf-Taps bietet sie alles für ein Wakesurf-Erlebnis. Um einfach ins und aus dem Wasser zu steigen, bietet Sea Ray eine Badeplattform, die mit automatisch versenkbaren Stufen versehen ist. Das Cockpit und Heck laden zudem zum Sonnenbanden ein.
In der Kategorie Motorboote bis 14 Meter kürt die Jury die Windy SR 40 (Länge 13,05 Meter). Sie ist ein leistungsstarker Familien-Sport-Cruiser mit großzügigem Außenbereich, dank klappbaren Bordwänden auf beiden Seiten des Hecks. Der markante Rumpf liefert Seetauglichkeit und gutes Fahrverhalten auch bei hohen Geschwindigkeiten. Das Deckslayout zeichnet sich durch offene Gestaltung aus, die Innenausstattung kombiniert skandinavisches Design mit funktionalen Details.
Die Saga Menorquín 48 FB (Rumpflänge 15,20 m) überzeugt in der Klasse Motoryachten bis 18 Meter. Die Menorquín zeigt klassische Linien und ist mit der CE-Kategorie A für Hochseefahrt klassifiziert, perfekt für Eigner, die viel Wert auf Langstreckentauglichkeit legen. Standardmäßig bietet die Flybridge-Yacht drei Kabinen und zwei Bäder.
Unter den Motoryachten bis 24 Meter setzt sich die De Antonio Yachts D60 (Rumpflänge 18,50 Meter) durch. Der spanische Hersteller hat im vergangenen Herbst mit der D60 ein neues Flaggschiff präsentiert; mit einem avantgardistischen, eleganten und zeitlosen Design. Auch im Innerem herrscht eine klare Formsprache. Durch große Fensterflächen entsteht ein luftiges, helles Raumgefühl. Der Loungebereich vorne verdeckt dabei noch ein Jacuzzi.
In der Kategorie Powerkats sichert sich die Bluegame BGF45 (Rumpflänge 14,15 Meter) den ersten Platz. Mit der BGF45 bringt Bluegame einen foilunterstützten Power-Katamaran auf den Markt, der Effizienz, Geschwindigkeit und modernes Design verbindet. Durch das foilunterstützte Rumpfkonzept werden Widerstand und somit auch der Verbrauch reduziert, was Reichweite und Umweltbilanz verbessert.
Und noch jemand hatte auf der diesjährigen FLAGSHIP NIGHT allen Grund zum Jubeln: Denn neben den „Wassersport-Oscars“ wird an dem Abend auch der SEAMASTER-Award verliehen. Mit dieser Ehrung würdigen die beiden Partner Delius Klasing und boot Düsseldorf eine Persönlichkeit, die im Wassersport besondere Akzente setzt. Im Rahmen der Gala wurde am Samstagabend der britische Segler Craig Wood geehrt. In Afghanistan verlor Wood beide Beine und eine Hand. Beim Segeln fand der junge Veteran neuen Mut und Zuversicht. Auf seinem 41-Fuß-Katamaran Sirius II segelte er mehr als 7.500 Seemeilen (ca. 14.000 km) allein von Mexiko nach Japan – eine beachtliche Leistung trotz zahlreicher Widrigkeiten wie Segelrissen, Motorschäden und extremen Wetterbedingungen. Wood zeigte mit seinem Mut, Durchhaltevermögen und Innovationsgeist, dass körperliche Einschränkungen keine Grenzen setzen müssen.
Ausführliche Berichte zu allen Siegern folgen in YACHT 4/2026 (ab 28. Januar im Handel) und BOOTE 3/2026 (ab 10. Februar im Handel) sowie auf den Online-Portalen www.yacht.de und www.boote-magazin.de.