„Oscars der Bootsbranche“ auf der FLAGSHIP NIGHT in Düsseldorf vergeben

Im Mittelpunkt der FLAGSHIP NIGHT, dem Branchentreff des Delius Klasing Verlags und der boot Düsseldorf, standen am Samstagabend (21. Januar 2017) die beiden renommierten Auszeichnungen „European Yacht of the Year 2017” und „European Powerboat of the Year 2017“. Zum fünften Mal zeichnete eine Experten-Jury außerdem im Rahmen des internationalen maritimen Branchen-Meetings eine Persönlichkeit für herausragende Leistungen im Wassersport mit dem SEAMASTER-Award aus.

Es sind Europas Beste der Bootsbranche, die jährlich mit dem „Oscar des Wassersports“ ausgezeichnet werden: Zum vierzehnten Mal wurde die internationale Auszeichnung „European Yacht of the Year“ vergeben und zum elften Mal das „European Powerboat of the Year“ gekürt. Die Jury setzt sich aus den Testleitern und Chefredakteuren der elf führenden Segel- und neun führenden Motorboot-Magazine Europas zusammen. Die renommierten Preise wurden auf der FLAGSHIP NIGHT, dem Branchentreff des Delius Klasing Verlags und der boot Düsseldorf, am ersten Messe-Wochenende vergeben. Verleger Konrad Delius und „Boot“-Projektleiter Petros Michelidakis begrüßten in diesem Jahr mehr als 450 hochrangige Gäste aus der internationalen Wassersportwirtschaft zur Preisverleihung.

Jedes Jahr kommen in Europa rund 70 neue Segelboote auf den Markt. Doch nur fünf Werften dürfen sich über die renommierte Auszeichnung „European Yacht of the Year 2017“ freuen. Die ersten Tests für die Jury der elf führenden Segelmagazine aus Norwegen, Schweden, Großbritannien, Holland, Frankreich, Dänemark, Österreich, Schweiz, Italien, Spanien und Deutschland fanden vor Cannes an der Côte d’Azur statt. Im Herbst ging es für weitere Tests in die Biscaya zum Port de Plaisance nach La Rochelle an die französische Atlantikküste, wo alle 25 nominierten Schiffe intensiv getestet und bewertet worden sind. Dabei unterliegen die elf Jurymitglieder strengen Regeln, die Manipulation und Einflussnahme von außen wirkungsvoll unterbinden.

Alle Entscheidungen werden am Ende von der Mehrheit getragen; eine Nationalitäten-Klausel verhindert, dass die Juroren Kandidaten aus dem eigenen Land bevorteilen. Auffallend bei dieser Wahl: Viele etablierte Werften, allen voran die Marktführer Beneteau und Jeanneau aus Frankreich, zeigten Neuentwicklungen nur im ganz großen Format über 50 Fuß. Im Volumensegment zwischen 30 und 40 Fuß dagegen überwogen diesmal Nischenanbieter. Die Auswahl für die Yacht des Jahres spiegelt dabei das Geschehen am Gesamtmarkt wider, wo der Trend einerseits hin zu immer größeren Yachten geht, andererseits zu immer individuelleren und spezielleren Typen.

In der Kategorie der Family Cruiser siegte die RM 970. Nicht nur wegen der Sperrholz-Rümpfe sind RM-Yachten etwas Besonderes. Auch die offene Gestaltung unter Deck sowie die Wahlfreiheit bei Kiel und Ruder heben sie vom Standard ab.

In der Kategorie Performance Cruiser gewann die Pogo 36. Darauf hat die Gemeinde der Offshore-Fans gewartet: Pogo Structures bringt eine neue Mittelklasseyacht. Das Boot eignet sich nicht nur zum Rasen, sondern auch zum Reisen.

In der Kategorie Luxury Cruiser konnte sich die Oceanis Yacht 62 durchsetzen - das neue Top-Modell von Beneteau – der weltgrößten Sportbootwerft. Die Oceanis bietet eine Menge spannende Details, eine sehr eigenständige, markante Linienführung, viel Platz und interessante Optionen. Die innovativen Details, guten Segeleigenschaften und ein günstiger Preis sicherten ihr den Sieg in der Luxus-Kategorie.

Bei den Special Yachts flog die die Seascape 24 auf den ersten Rang. Die „Rakete zum Reisen“ schafft den Kompromiss zwischen Sportboot und schnellem Wanderboot. Ein echtes Multitalent und dabei leicht trailerbar, mit nur sieben Meter Schiffslänge.

In der Kategorie Multihulls ging die begehrte Auszeichnung an den Outremer 4X. Als sportlich und rasant sind die Katamarane von Outremer ohnehin schon bekannt. Mit dem 4X bringen die Katamaranbauer aus Südfrankreich jetzt eine noch leistungsstärkere Variante des Outremer 45 auf den Markt. Die Rümpfe werden mit hohen Kohlefaser-Anteilen laminiert, das Rigg ist ebenfalls aus Carbon.

Mindestens ebenso spannend verlief die Vergabe der Preise zum „European Powerboat of the Year 2017“ (www.powerboat-award.com) für Motorboote. Die Fachjury besteht hier aus den Chefredakteuren und Testern der neun führenden europäischen Motorboot-Medien aus Norwegen, Italien (2), Frankreich, Niederlande, Spanien, Schweiz, Österreich und Deutschland. Die Experten-Jury nominierte zunächst auf der Cannes Boat Show die fünf interessantesten Neuheiten pro Wertungs-Kategorie.

Jedes Jahr  erscheinen mehr als 250 neue Bootsmodelle auf dem Motorboot-Markt. Bei den Motorbooten gibt es die fünf Längen-Klassen bis 25 Fuß, bis 35 Fuß, bis 45 Fuß, über 45 Fuß sowie eine längenunabhängige Verdränger-Klasse. Neben den üblichen Qualitätsmerkmalen eines Bootes, wie beispielsweise der Verarbeitung oder den Fahreigenschaften, spielen die Raumaufteilung, das Gesamtkonzept und das Preis-Leistungs-Verhältnis wichtige Rollen bei der Auswahl und Bewertung der Juroren. Häufig sind es auch innovative Ideen, die eine Werft am Ende jubeln lassen.

In der kleinen Klasse bis 25 Fuß Bootslänge standen sich diesmal erneut fünf spannende Konzepte gegenüber. Die Sting 610 BR hatte am Ende die Nase vorn. Begründung der Jury: Die Sting 610 BR verfügt über ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und punktet darüber hinaus durch gute Fahreigenschaften. Clevere Ausstattungsdetails und viel Platz im Cockpit machen das Boot zu einer guten Wahl, insbesondere für Motorboot-Einsteiger.

Boote der 35-Fuß-Klasse müssen vor allem praktische Lösungen, eine gute Verarbeitung und ein sicheres Handling auf allen Gewässern vorweisen können. In dieser Kategorie erhielt die Marex 310 Sun Cruiser die Auszeichnung. Die Marex zeichnet sich durch eine überdurchschnittlich gute Verarbeitung und sichere Fahr-eigenschaften aus. Das Boot verfügt über viele durchdachte Detaillösungen, die in dieser Bootsklasse Maßstäbe setzen.

Bei der Abstimmung in der bis 45-Fuß-Klasse überzeugte die Jetten Beach 45. Die Jetten Beach 45 vermittelt aufgrund der offenen Aufteilung und der großen Fenster-flächen ein völlig neues Raum- und Bootsgefühl. Man könnte sie auch als eine Art „Loft auf dem Wasser“ bezeichnen. Sie hat alles, was einen gelungenen „Family Cruiser“ ausmacht lautet das abschließende Jury-Urteil.

In der  Klasse über 45 Fuß Bootslänge entschied sich die Jury für die Absolute 50 Fly. Sie verkörpert die gelungene Kombination aus italienischem Design, praktischer Bootsaufteilung und guten sowie sicheren Fahreigenschaften. Sie bietet auf 50 Fuß Bootslänge Komfort und Raumgefühl, welches man sonst nur von größeren Yachten kennt.

In der längenunabhängigen Verdränger-Klasse ging der „European Powerboat of the Year“-Award 2017 an die Bavaria E 40. Mit der E 40 beschreitet Bavaria völlig neue Wege in der Raumaufteilung eines Verdränger-Bootes. Die neuartige Innenraum-gestaltung integriert den Fahrstand im Salon und ermöglicht so dem Skipper, auch während der Fahrt am Bordleben teil zunehmen. Sie bietet für ein 40-Fuß-Boot erstaunlich viel Platz. Hinzu kommt ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Der Innovation-Award 2017 im Rahmen der „Powerboat of the Year“-Verleihung ging in diesem Jahr an Volvo Penta. Der Bootsantriebs-Spezialist hat sich in den letzten Jahren stark um das Thema „Easy Boating“ verdient gemacht. Als Vorreiter in der Antriebstechnik haben Volvo-Produkte wie beispielsweise das IPS, die Joystick-Steuerung, die Easy Docking-Funktion oder das neue Batterie-Management-System das Bootsleben für viele Menschen angenehmer, komfortabler und sicherer  werden lassen“, fasst BOOTE-Chefredakteur Torsten Moench die Jury-Begründung zusammen.

Auf der FLAGSHIP NIGHT 2017 wurde zudem zum fünften Mal der SEAMASTER-Award verliehen. Mit dieser Auszeichnung ehren die boot Düsseldorf und der Delius Klasing Verlag eine Persönlichkeit, die im Wassersport besondere Akzente setzt. Der Preis geht 2017 an Clarisse Crémer aus Frankreich.

Die 27-Jährige erhält die Gemeinschaftsauszeichnung des Delius Klasing Verlages und der boot Düsseldorf für ihr effektives Werben für den Wassersport. Mit den verrückt-frechen Clips ihrer Multimediakampagne im Vorfeld einer bevorstehenden Solo-Atlantiküberquerung hat sie in kürzester Zeit hunderttausende Menschen erreicht und ist zur sympathischen Botschafterin des Segelns geworden.

Der SEAMASTER-Jury gehören die Chefredakteure der Magazine BOOTE, BOOTE EXCLUSIV, YACHT und SURF an. Den Jury-Vorsitz haben Delius Klasing-Verleger Konrad Delius und Petros Michelidakis, Director boot Düsseldorf.

Ausführliche Berichte zu allen Siegern und der FLAGSHIP NIGHT 2017 folgen in YACHT 4/2017 (ab 1. Februar im Handel) und BOOTE 3/2017 (ab 22. Februar im Handel) sowie auf den Online-Portalen yacht.de, boote-magazin.de und powerboat-award.com.