Kinder für den Wassersport begeistern

Wassersport mit Kindern

Die Sommerzeit ist gerade für Familien die schönste Zeit des Jahres. Besonders, wenn diese auf dem Wasser verbracht wird. Das richtige Buch führt Kinder dabei spielerisch an den Wassersport heran, liefert Eltern wichtige Informationen und ist eine gute Hilfe vor kommenden Lernstunden im Boot. Wir haben Ihnen eine Auswahl abwechslungsreicher Lektüren für Kinder und Familien zusammengestellt!

Gemeinsame Familienzeit auf dem Wasser ist ein Geschenk. Genießen Sie zügiges Vorankommen unter Segeln – vielleicht können Sie sogar ein anderes Boot überholen. Erfreuen Sie sich an strahlenden Kindergesichtern bei der ersten Fahrt als „Kapitän“ im Beiboot. Teilen Sie die Begeisterung beim Buddeln im Schlick neben dem im Watt trockengefallenen Schiff. Wer Kinder im Bootsurlaub nicht überfordert, sondern mit kleinen, verantwortungsvollen Aufgaben – vom Ruder gehen über Fender aufhängen bis zum Festmacherleine werfen – betraut, kann den Nachwuchs vielleicht mit der eigenen Leidenschaft für den Wassersport anstecken. Ankern Sie in einer wunderschönen Bucht, grillen am Strand und schauen Sie Sterne aus dem Cockpit. Zahlreiche Bücher bieten Zeitvertreib-Anregungen für jüngste Mitsegler, Sicherheits-Tipps für Eltern und Lehrreiches für ältere Kinder, die selbst die Pinne in die Hand nehmen wollen.


Buecher Wassersport mit Kindern


Die Titel speziell für Kinder und Familien von Delius Klasing in der Übersicht:
• Ich lerne segeln (zum Buch)
• Komm mit auf große Fahrt! (zum Buch)
• Lass uns segeln! (zum Buch)
• Mal seh´n, wie weit wir kommen (zum Buch)
• Mein allererster Törn (zum Buch)
• Mein Logbuch (zum Buch)
• Mein Opti-Buch (zum Buch)
• Opti-Segeln (zum Buch)
• Segeln mit Kindern (zum Buch)
• Signaltafeln (zu den Tafeln)


Freude auf dem Wasser für Groß und Klein

Der Spaß sollte immer an erster Stelle stehen, wenn Kinder fürs „Boot fahren“ begeistert werden sollen. Die Kleinen also bloß nicht überfordern. Sonst wird ein Törn schnell als unmöglich, Wahnsinn, total verantwortungslos und verrückt tituliert. Das vermutete Hans Habeck, als er von einer Weltumsegelung mit Familie träumte. Er fuhr trotzdem einfach los. Gemeinsam mit seiner Frau Carola und dem dreijährigen Sohn Andreas startet er mit einem Segelboot von 6,5 Meter Länge – eine Etap 21, die für Binnen- und Küstengewässer konstruiert wurde – im niederländischen Zeeland ins Abenteuer. „Mal seh´n, wie weit wir kommen“ beschreibt die Segel-Auszeit mit bescheidenem Budget.

Auf das kleine Boot kommt als einziges Spielzeug eine Kiste Legosteine mit. Pannen bleiben nicht aus. Doch Carola Habeck verliert während der Biskaya-Querung ihre anfängliche Angst und gewinnt langsam Sicherheit. In Portugal fällt die Entscheidung gegen das Mittelmeer. „Lass uns wenigstens versuchen, in die Karibik zu kommen.“ Die Atlantiküberquerung beginnt. Trotz Problemen überwiegt die Begeisterung: „Wir sind frei! Frei! Frei!“ schreibt Habeck. Es folgen Stürme, die blaue Flecken bringen, eine abenteuerliche Passage durch den Panama-Kanal, Maden im Proviant, Abzocke in der Südsee und eine 30 Tage-Überfahrt von Pago Pago nach Australien. Zweifel und Begeisterung („Es ist eine sehr intensive, kostbare Zeit! Wir drei, so dicht beieinander, in der Natur!“) wechseln sich ab. Durch das Mittelmeer und über den Canal du Midi kommen die Habecks nach drei Jahren zurück nach Holland. „Naiv? Na und, wenn schon, ich will naiv sein in dieser durchrationalisierten Welt. Naivität ist Freiheit.“

Auch der Freiburger Autor Nils Theurer hat manchen Familien-Segeltörn unternommen und dabei wohl häufig die Frage „Ist Segeln mit Kindern nicht viel zu gefährlich?“ zu hören bekommen. Also widmet er die ersten 30 der 180 Seiten seines Buches „Segeln mit Kindern. Vom Tagestörn bis zur Weltumsegelung“ dem Thema Sicherheit. Der segelbegeisterte Vater dreier Söhne klärt über vorgeschriebene Relingshöhen auf und vergleicht unterschiedlichste Lifelines, Lifebelts und Klettergurte. Außerdem lässt er mehrere mit ihren Kindern segelnde Eltern ihre Einschätzung zu Relingsnetzen und Rettungswestenpflicht verraten. Zahlreiche Zitate segelnder Familien ziehen sich durchs gesamte Buch. So vermeidet Theurer, als Oberlehrer aufzutreten und präsentiert stattdessen die beeindruckende Vielfalt der Schiffe, Fahrtgebiete, Zeiträume und Prioritätensetzungen segelnder Familien. Der Fokus des Buches liegt auf geballter Information mit vielen Produktfotos. Es gibt Infohäppchen zu zwanzig verschiedenen Törnzielen, Grundsätzliches zur Schiffswahl und Details zur UV- oder Dampf- Durchlässigkeit richtiger Kinderbekleidung. Ebenso werden die Themen Erste Hilfe, Seekrankheit, Wahl des richtigen Beibootes, Wetterkunde und Bordschule als Alternative zur Schulpflicht behandelt. Segelnde Eltern, die das Schmökern im „Öko-Test Jahrbuch Kleinkinder“ mögen, werden diese umfangreiche Informationsquelle lieben.

Viele Wassersportler wünschen sich, ihre Begeisterung für mehrtägige Törns an die eigenen Kinder weitergeben zu können. Aber wie vermittelt man dem eigenen Nachwuchs das dafür notwendige Wissen möglichst spielerisch? Am besten lesen die Kinder sich die wichtigsten Informationen selbst an, in der Reihenfolge ihrer Interessen, im eigenen Tempo.

Nach der Lektüre von „Lass uns segeln“ wird so manches Kind die Eltern mit seinem Wissen verblüffen. Das gut illustrierte Buch spricht seine jungen Leser mit kurzen klaren Sätzen direkt an. Wo kann ich segeln? Welche Boote kommen überhaupt in Frage? Was ist eine Jolle? Mit Antworten auf diese Fragen startet das Buch im Kapitel „Wo und wie beginnen?“. Die typische Seemannssprache wird verraten und in einfachen und damit verständlichen Zeichnungen die Teile eines Bootes erklärt. Richtig spannend wird es dann im fünften Kapitel, das die Frage „Welches Boot?“ behandelt. „Ein Boot auszusuchen ist fast wie einen Freund auszuwählen. Ihr müsst gut miteinander auskommen und die selben Dinge mögen.“ Hier werden verschiedene kindertaugliche Jollen für Alleinsegler vorgestellt. Aber auch größere Boote werden gezeigt – falls das segelnde Kind doch mal die Eltern mitnehmen möchte.

Den Einstieg ins Fahrtensegeln und Motorbootfahren erleichtert Acht- bis Zwölfjährigen das ansprechend im Comicstil illustrierte Buch „Komm mit auf große Fahrt!“. Auch hier ist die Sprache – dank britischen Humors - wieder dicht an der Zielgruppe. Was ist Fahrtensegeln überhaupt? Welche Klamotten packe ich für eine Seereise ein? Warum in eine Tasche statt in einen Koffer? Wo halte ich mich an Bord fest? Wo lauern Stolperfallen und was muss ich über die Benutzung der Bordtoilette wissen? Alles Fragen, die das Buch fundiert, aber trotzdem locker und unterhaltsam beantwortet. Die einfachen, klaren, ansprechenden Cartoons von Claudia Myatt sorgen für schnelle Wissensvermittlung und gleichzeitig Spaß beim Betrachten. Nach den Grundkenntnissen können die Kinder tiefer in die Materie Seemannschaft eintauchen. Wann wird ein Bullenstander gebraucht und warum? Wie bestimmst du nachts, zu welcher Tonne das Licht gehört, das du gerade siehst? Übe die wichtigsten Knoten (Palstek, Acht- und Kreuzknoten, Webleinstek und Schotstek) ebenso wie das Belegen oder Aufschießen von Leinen. Wer das Flaggen- bzw. Morsealphabet beherrscht, wird einige Erwachsene staunen lassen. Manchem Elternteil wird aber spätestens dann der Mund offen stehen bleiben, wenn das Kind seinen selbst geknüpften Türkenbund (Zierknoten) präsentiert.

Dass kein Müll ins Wasser gehört, wie ein Beiboot richtig zu bedienen ist und was man an Bord eines
Schiffes gegen Langeweile tut, lernen die jungen Leser natürlich auch. Außerdem schauen sie Begriffe von „Abfallen“ bis „Zwillingsmotor“ schnell im sechsseitigen Glossar nach. „The Royal Yachting Association“ aus dem britischen Southampton vereinfacht Kindern die Entwicklung von der Landratte zum Seebären kurzweilig und sehr amüsant. Da wird manches junge Crewmitglied bald die „Super-Segler-Urkunde“ aus dem Anhang ausgefüllt bekommen und interessiert die Mitsegelmöglichkeiten und nützlichen Internetseiten studieren.

Noch kleinere Mitsegler werden Freude an „Mein Logbuch“ haben. Das Weltumsegler-Ehepaar Sönke und Judith Röver hat für Drei- bis Siebenjährige ein einfaches Mitmachbuch entwickelt. Hier können Erinnerungen an den Törn eingeklebt und auf 24 Seiten die wichtigsten Ereignisse des Tages auf dem Wasser notiert werden. Für das Sichten bestimmter Tiere, Fahrwassertonnen, Leuchttürme oder Schiffe werden Kreuzchen gemacht.

Zur Einstimmung ist die Geschichte „Mein allererster Törn“ für kleine Wasserratten geeignet. Die Zwillinge Jonna und Lotte machen ihren ersten kurzen Segeltörn und sind ganz begeistert von den Begegnungen mit Schweinswalen und großen Frachtschiffen. Das Spannendste ist natürlich, selbst zu steuern. Zur Illustration wurden die Szenen mit Segeljolle, Wellen, Tieren und anderen Schiffen
gebastelt und abfotografiert.

Selbst wenn der Urlaub nicht auf dem Wasser stattfindet, kann die freie Zeit zumindest zur Vorbereitung auf kommende Lerneinheiten, etwa in einem Segelkurs, genutzt werden. Der Klassiker „Ich lerne segeln“ bleibt auch in seiner 15. überarbeitete Auflage frei von unnötigem Ballast. Kompakt werden in für Laien verständlicher Sprache die Grundbegriffe und Grundregeln des Segelns vermittelt. Dabei wird nach und nach auch die typische Seglersprache erlernt. Mehrfarbige Grafiken und aussagekräftige Fotos ergänzen den Text.

Für jüngere Kinder eignen sich zum Einstieg in den Segelsport noch besser spezielle Optimisten-Bücher. Das Segeln mit der kleinen Kinderjolle wird in „Opti-Segeln“ vor allem durch viele Fotoreihen erklärt. Der relativ kurz gehaltene Text des britischen Autorenduos erleichtert es Kindern, immer mal wieder etwas im Buch nachzuschlagen. In „Mein Opti-Buch. Segeln lernen mit Piet und Mia“ hilft die achtjährige Mia ihrem siebenjährigen Freund Piet beim Lernen der Grundbegriffe für das Optimisten-Segeln, der wichtigsten Manöver,
Knoten, etc. Die Sprache ist kindgerecht und der Text selbst für „Lesefaule“ nicht zu umfangreich. Grafische Darstellungen ergänzen die Erklärungen der Manöver.