Segellegende und erfolgreicher Buchautor
In Salzburg geboren, in Dresden aufgewachsen, liegen ihm zunächst Theater und Musik am Herzen. Seine Träume aber ziehen ihn aufs Wasser. Schon als fünfjähriger Bub erlebt er auf der Nordsee seinen ersten Segeltörn. Nach dem Abitur auf dem humanistischen Gymnasium folgt ein Jurastudium in der Schweiz.
Nach Kriegsende, Gebhard hat sich in Garmisch-Partenkirchen als Schauspieler und Geschäftsmann niedergelassen, kauft er sein erstes Segelboot und sogleich zieht es ihn hinaus auf die Meere. Mit einer Jolle, einem nur fünf Meter langem offenen Segelboot ohne Motor überquert Rollo Gebhard 1958 das Mittelmeer Richtung Tunesien. Seine Leidenschaft fürs große Wasser verleitet ihn anschließend zu einem unglaublichen Abenteuer: Ein ganzes Jahr lang lebt er auf der Jolle, segelt das offene Holzboot bis Ägypten, durch den Suez-Kanal und als erster durchs Rote Meer bis in den Indischen Ozean und weiter Kurs Indien. Vor der Küste des Jemen wird er von arabischen Piraten gekapert, überlebt die Geiselnahme mit viel Glück. Dennoch sagt er: „Ich werde weiter segeln, erst auf dem Wasser fühle ich mich zu Hause, dort wachsen mir neue Kräfte.„
Rollo steigt auf ein kleines Sperrholz-Kajütboot um ( 5,50 Meter ) und überquert mit diesem Mini-Schiffchen 1963/64 allein den Atlantik. Nach erfolgreicher Ankunft in New York wird er als erster Europäer im Kleinstboot enthusiastisch empfangen. Danach folgt 1967 die erste Einhand-Weltumsegelung, die nach dreijähriger Abenteuerfahrt 1970 in Hamburg endet. Seine zweite Alleinfahrt um die Erde auf neuem Kurs dauert vier Jahre.
Erstmals filmt ein Alleinsegler seine Abenteuer, und das ZDF zeigt diese spannenden Dokumentationen im Abendprogramm bei einer sensationellen Seebeteiligung von über 50 Prozent. Die Filme erhalten außerdem die beste Zuschauerbeurteilung.
1980 erscheint sein erstes Buch: „Ein Mann und sein Boot„. Das Werk wurde ein Bestseller.
Zusammen mit seiner Lebensgefährtin und jetzigen Frau Angelika unternimmt er als Krönung seiner seglerischen Laufbahn eine dritte Weltumsegelung, die das Paar in sechs Jahren auf alle Ozeane und zu allen Kontinenten bis hinauf nach Alaska bringt. Am Ende vollbringen die beiden eine sportliche Höchstleistung. Sie segeln von Australien in sechs Monaten non-stop um die halbe Erde bis nach Emden. Bei ihrer Ankunft gründen sie die „Gesellschaft zur Rettung der Delfine„ und leiten diese Organisation seither als Vorsitzende.
1998 und 1999 unternehmen Rollo und Angelika Gebhard eine weitere Abenteuer-Expedition. Diesmal die Donau abwärts zum Schwarzen Meer, wo sie als erste Ausländer die Häfen im Donau Delta, die Küsten der Krim und des russischen Kaukasus besuchen. 2001 starten die Weltumsegler zu ihrem bisher verwegensten Abenteuer. Noch nie zuvor wagte sich ein ausländisches Schiff quer durch Russland von der Ostsee über die Wolga nach Moskau und bis zur Mündung ins Kaspische Meer. Getarnt unter russischer Flagge gelingt es ihnen zusammen mit zwei russischen Freunden als internationale Erstleistung den gesamten Lauf der Wolga zu erkunden. Die Fahrt wird fortgesetzt über den Don, das Schwarze Meer und über das Mittelmeer nach Frankreich und zurück zum Rhein. Damit legte SOLVEIG VII eine Gesamtstrecke von 15 000 Kilometer von Hamburg nach Hamburg rund um Europa zurück.
Diese außergewöhnliche Expedition haben Rollo und Angelika Gebhard in zwei Büchern „Unter falscher Flagge„ und „Zauber der Wolga„ sowie in einer siebenteiligen Fernsehserie des Bayerischen Rundfunks dokumentiert.
