Rennfahrer und erfolgreicher Manager
Jochen Neerpasch, geboren 1939 in Krefeld, ist ein ehemaliger Autorennfahrer und Motorsport-Manager. Seine Familie betrieb vor und nach dem Krieg ein Lloyd-Goliath-Hansa-Borgward-Autohaus und nach dem Zusammenbruch der Borgward-Gruppe lange Jahre ein Ford-Autohaus in Krefeld.
Seine Motorsportkarriere begann in den 1960er Jahren beim Team Borgward. Eines der ersten großen Events, an denen er teilnahm, war im Jahr 1964 das 24-Stunden-Rennen von Le Mans. In einem Porsche 907 gewann er 1968 das 24-Stunden-Rennen von Daytona.
In den 1970er Jahren wurde Neerpasch zu einem der erfolgreichsten Manager in der Deutschen Rennsport-Meisterschaft und der Europäischen Tourenwagen-Meisterschaft. Zunächst managte Neerpasch bei Ford, ehe er 1972 bei dem erfolgreichen M-Team von BMW als Manager von Hans-Joachim Stuck tätig wurde.
Neerpasch leitete ab 1972 die neu gegründete BMW M GmbH (Gesellschaft für individuelle Automobile). Dort formte er 1977 das erste „Junior-Team“ mit Eddie Cheever, Marc Surer und Manfred Winkelhock. Die Junioren bestritten zunächst Tourenwagenrennen und später fuhren alle drei in der Formel 1.
In den 1980er Jahren war Neerpasch verantwortlich für die Autorennen im Team Sauber-Mercedes in der Sportwagen-Weltmeisterschaft. 1989 gewann sein Team die 24 Stunden von Le Mans. Jochen Neerpasch förderte die damaligen Talente Michael Schumacher, Karl Wendlinger und Heinz-Harald Frentzen.
Ab 1995 war Neerpasch Berater des ADAC für Motorsport und leitete in dieser Funktion die STW-Serie, bis diese zugunsten der heutigen DTM abgelöst wurde.
Heute lebt er als Ruheständler im Engadin im Kanton Graubünden in der Schweiz.
