Doris Wiedemann


    Doris Wiedemann

Die Abenteurerin

Ich wurde 1967 in München geboren und erfahre nun seit über 15 Jahren als Alleinreisende mit meinem Motorrad die Welt. Angefangen hat alles ganz klein: Mit einer Kawasaki Z 650 B erkundete ich eine Woche lang meine bayerische Heimat. Danach fuhr ich mit 23 Jahren in die große weite Welt hinaus: Fünf Monate lang besichtigte ich die Vereinigten Staaten von Amerika mit einer Honda Shadow 700. Dort hat mich der Reise-Virus erwischt.
Zurück in Deutschland kaufte ich eine BMW R 100 GS/PD. Unsere erste Testfahrt führte in den Norden, sechs Wochen lang durch Dänemark, Norwegen und Schweden. Ein anschließendes Enduro-Training überzeugte mich: Wir bleiben zusammen. Mit einem großen Tank, selbstgebauten Alukisten und einem Federbein von Öhlins rüstete ich die BMW 1996 für sechs gemeinsame Monate rund um Australien aus. Dort wurde bei einem Unfall der Tachometer beschädigt. Daher begleitete mich ein IMO von TOURATECH auf meiner nächste Reise quer durch Afrika (1997/98). Entlang der Ostküste des "lachenden Kontinents" bis Tansania, und weiter bis nach Kapstadt im Südwesten Südafrikas. Bei der nächsten Reise änderte ich die Himmelsrichtung: Gen Osten, dem Sonnenaufgang entgegen, fuhr ich bei meinem Ausflug, nach Wladiwostok, Korea und Japan.
"Ich bringe dein Motorrad nach China rein, aber nicht wieder heraus." Diese Aussage verlockte mich im Frühjahr 2005 zu einer Fahrt durch Polen, die Ukraine, Kasachstan und die Mongolei. Meine treue R100 GS wollte ich freilich nicht in China lassen. Deshalb habe ich mir für diese Reise eine gebrauchte TT 39, den Touratechumbau der BMW F650 GS, gekauft. Gemeinsam haben wir insgesamt sechs Monate in China verbracht. Und weil sich Abenteuer nicht planen lassen, kam damals an der Grenze alles ganz anders, und das Motorrad ist wieder mit mir zurück nach Deutschland gekommen.
Inzwischen habe ich meinem Lebenslauf noch eine weitere Erfahrung hinzugefügt: Erstmals war ich mit einem Reispartner unterwegs, wir sind von Key West in Florida, dem südlichsten Punkt der kontinentalen USA bis an die Nordküste Alaskas gefahren - über Schnee und Eis, mitten im Winter.
Mein bisheriges Resümee: Überall auf der Welt gibt es Wut und Enttäuschung sowie Angst und Trauer. Aber es gibt auch überall Liebe und Zuneigung, Freude und Hilfsbereitschaft. Das Leben in der großen, weiten Welt ist ebenso vielfältig und interessant wie in dem kleinen bayerischen Dorf, in dem ich lebe - nur ein bisschen anders. Und: Es sind die vielen kleinen Freuden des Alltags, die das Leben wirklich lebenswert machen - überall auf der Welt!



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